Chemische Reaktionen im Atomkraftwerk

Die Kühlung des Reaktors ist in einem Atomkraftwerk das A und O. Die Schmelztemperatur von Uranoxid liegt bei 2800 Grad. Wird diese, falls die Kühlung ausfällt, überschritten, kann es zu einer Kernschmelze im Reaktor kommen. Bleibt das Containment dabei unbeschädigt, so dass keine radioaktive Strahlung in die Umwelt gelangen kann, so spricht man von einem GAU. Es besteht dabei in der Regel keine ernstzunehmende Gefahr für die Umgebung.

Wenn die Hitze allerdings solche Ausmaße annimmt, dass die Brennstäbe innerhalb des Reaktors schmelzen und das Uran und Plutonium, das radioaktive Material der Brennstäbe, ins Erdreich gelangt, werden chemische Reaktionen mit dem Wasserdampf verursacht. Durch die Explosionen entsteht Wasserstoffgas, das in Kombination mit Luftsauerstoff wiederum Explosionen auslösen kann. Ein Super-GAU ist die Folge! Das radioaktive Material gelangt in die Umwelt - die Strahlenbelastung ist immens.

Besonders gefährlich ist die radioaktive Wolke, die bei einem Super-GAU entstehen kann. Sie entsteht durch Dampfexplosionen mit dem Grundwasser, wobei radioaktive Nuklide in der Luft freigesetzt werden. Durch die Wolke können, je nach Wind und Wetterlage ganze Landstriche verseucht werden.

Die Bevölkerung, die sich unmittelbar in dem verseuchten Gebiet aufhält, kann sich nur durch Bleianzüge schützen, die absorbierend wirken und die Strahlung nicht passieren lassen. Ansonsten hilft nur sich möglichst weit von dem Unfallort zu entfernen.