Chemische Reaktionen in der Haut (z.B. bei Textilien)
Schadstoffbelastete Textilien gefährden die Haut
Stoffe und Textilien sind oft schadstoffbelastet. Die Folge: Die Haut reagiert mit allergischen Reaktionen auf die Inhaltsstoffe. Beim ersten Tragen neuer Kleidung können Symptome wie Juckreiz oder Hautausschläge auftreten, die auf chemische Behandlung der Kleidungsstücke hinweisen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Natur- oder Kunstfasern handelt. Das kann bei Oberbekleidung ebenso passieren wie bei Unterwäsche oder Badekleidung. Doch soll man sich deshalb die neuesten Bikini Trends 2011 vermiesen lassen? Abhilfe ist möglich! Nicht nur Kleidung, auch Schuhe können chemische Reaktionen hervor rufen. Hier empfiehlt es sich, beim Schuhkauf genau hinzusehen und auch einmal der eigenen Nase zu vertrauen. Ein Schuh, der nach Chemie riecht, kann nicht gesund sein.
Die Schadstoffbelastung beginnt bei Naturfasern bereits bei der Pflanzung. Baumwolle, Leinen und Hanf sind natürliche Ausgangsprodukte für Garne und Stoffe. Der Anbau erfolgt in großen Plantagen. Hier kommen Schädlingsbekämpfungsmittel und Dünger zum Einsatz. Seide und Schafwolle sowie andere tierische Rohstoffe, zum Beispiel Wolle von Mohairziegen, Lamas oder Kamelen, kann ebenfalls bereits im Ursprungsland schädlichen Belastungen ausgesetzt sein.
Textilveredelungsprozesse sorgen für die heute gewohnte Qualität. Es wird gebleicht, gefärbt, knitterfrei gemacht, mit verschiedenen Verfahren aus- und hochgerüstet. Kleidung soll waschbar, einlaufsicher und formstabil sein. Oft kommen noch spezielle Beschichtungen dazu. Damit wird der Stoff wasserabweisend imprägniert. All diese Verfahren greifen nicht nur bei Naturprodukten, sondern auch bei synthetischen Fasern. Hier unterschiedet man zwischen reinen Chemiefasern und Produkten auf Zellulosebasis, beispielsweise Viskose oder Modal.
Schuhe für Sie und Ihn unterliegen ebenfalls den unterschiedlichsten Behandlungsmethoden. Unbelastete Stoffe dagegen verwöhnen die Haut. Kleidung ist die Schutzhülle gegen Kälte und Umwelteinflüsse und sollte keine chemischen oder allergischen Reaktionen erzeugen.
Schadstoffe gehen unter die Haut
Vorbeugen ist besser als kratzen! Um den unangenehmen Begleiterscheinungen wie Juckreiz aus dem Weg zu gehen, sollten neue Kleidung und Schuhe mit Überlegung und Vorsicht gekauft werden. Es gibt Qualitätssiegel wie den Öko-Tex-Standard 100. Dadurch wird Schadstofffreiheit garantiert. Aber auch ohne Zertifikat lässt sich wenig oder nicht belastete Kleidung erkennen. Ein sicheres Merkmal ist der Geruch. Wenn das neue Shirt oder das frisch gekaufte Herrenhemd sehr unangenehm riecht, dann heißt es besser: Finger weg. Vorsicht geboten ist auch bei absoluter Billigware. Lieber etwas mehr in Qualitätsware investieren, das macht sich nicht nur durch reduzierte Schadstoffbelastung bezahlt, sondern auch durch bessere Verarbeitung und längere Haltbarkeit. Für bunte Sneakers trifft dieser Grundsatz ebenso zu wie für jede Art von Bekleidung.
Sicherheitshalber sollte neue Kleidung immer vor dem ersten Tragen gewaschen werden. Denn manche chemischen Mittel, mit denen Textilien behandelt werden, sind geruchlos und nicht auf Anhieb zu erkennen. Bestimmte Wirkstoffe können in die Haut eindringen und nicht nur äußerliche unangenehme Symptome hervor rufen, sondern im Organismus krebserregend wirken. Besonders bedenklich ist die Filzfrei-Ausrüstung. Die hierbei verwendeten Chemikalien setzen Dichlorpropanole frei, die als stark krebserregend gelten.
Weitere Ursachen für chemische Belastungen
Intensiv eingefärbte Kleidungsstücke sind genauso kritisch zu betrachten wie Bekleidung in strahlendem Weiß. Die verwendeten Farbstoffe können Symptome hervorrufen. Bekleidung mit dem Hinweis, dass die Farbe ausbluten kann, bitte mit Vorsicht behandeln. Die Farbe läuft nicht nur bei der Wäsche aus, sondern kann auch in die Haut gelangen. Vor der Färbung werden die Pflanzenfasern gebleicht, damit sie die Färbung intensiver annehmen. Bleichstoffe gelten als erheblich gesundheitsgefährdend. Leuchtend weiße Kleidung ist optisch aufgehellt. Die dazu verwendeten Chemikalien, zum Beispiel Pyrazolin- und Benzazol-Derivate, führen häufig zu Allergien.
Menschen mit empfindlicher Haut können auf chemische Bestandteile im Waschpulver reagieren. Abhilfe schafft ein allergiegetestetes Waschmittel, mit dem Kleidung ebenso sauber wird wie mit herkömmlichem Waschpulver. Eine Unverträglichkeit kann sich auch einstellen, nachdem Kleidung in der chemischen Reinigung war. Grundsätzlich hilft ausgiebiges Lüften der chemisch gereinigten Kleidung, bevor man sie wieder in den Schrank hängt oder trägt. Noch besser ist es, bereits beim Kauf auf Waschbarkeit zu achten.